Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen

im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sind fester Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung, ihr Umfang wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. Die Untersuchungen dienen dazu, die mütterliche Gesundheit zu kontrollieren sowie eine möglichst gute und ungestörte Entwicklung des Kindes zu gewährleisten. Diese Richtlinien haben sich seither allerdings kaum verändert – auch wenn die Geburtsmedizin und Gynäkologie heutzutage eine Anzahl von Therapien, Diagnostikmöglichkeiten, technischen Geräten und Behandlungen bietet, die eine weitaus bessere Medizin ermöglichen, als es vor 30 Jahren überhaupt denkbar gewesen wäre. Mittlerweile sind die Möglichkeiten, Sie und Ihr ungeborenes Kind zu überwachen, Gefährdungen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenfalls zu behandeln, medizinisch und technisch sehr viel besser geworden. Die Mutterschaftsrichtlinien sind also ein Kompromiss zwischen den unbedingt nötigsten Untersuchungen, für die die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zu übernehmen bereit sind und den Erkenntnissen und Fortschritten der modernen Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Welche Leistungen sind zu welchem Zeitpunkt und im Umfang der gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien enthalten?

Durch die ärztlichen Schwangerenvorsorgeuntersuchungen entsprechend der Mutterschafts-Richtlinien sollen mögliche Gefahren für Leben und Gesundheit von Mutter oder Kind abgewendet sowie Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und der Behandlung zugeführt werden.

4.-8. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

Beratung, Tastuntersuchung, Anlegen des Mutterpasses, Chlamydienscreening, Krebsvorsorgeabstrich, Antikörpersuchtest, HIV-Test, Röteln-HAH-Test, Lues-Suchreaktionstest, Hämoglobinwertbestimmung (Hb), Blutgruppenbestimmung, Blutdruckmessung, Urinuntersuchung, Gewichtsbestimmung, Anlegen des Mutterpasses

9.-12. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

Kontrolle von Blutdruck, Urin, Wachstum des Kindes
1. Ultraschalluntersuchung (einfacher 2D Ultraschall)

19.-22. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

2. Ultraschalluntersuchung (einfacher 2D Ultraschall)
ggf. Tokogramm („Wehenschreiber“),
Neu: Wahlmöglichkeit zwischen einer Fetometrie oder
des erweiterten Basis-Ultraschalls ( Infos s.u.)

22.-24. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

Antikörpersuchtest, ggf. Tokogramm, Hämoglobinwertbestimmung (Hb),
ggf. Suchtest auf Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

26.-28.Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

ggf. CTG (Ableitung der kindlichen Herztöne und Wehentätigkeit) Hämoglobinwertbestimmung (Hb), ggf. Anti-D-Prophylaxe, ggf. Suchtest auf Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

30.-32.Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

3. Ultraschalluntersuchung (einfacher 2D Ultraschall),
ggf. CTG (Ableitung der kindlichen Herztöne und Wehentätigkeit), Hämoglobinwertbestimmung (Hb)

32.-35. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

ggf. CTG, HBs-Antigenbestimmung (Hepatitis B)

36.-38. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung

ggf. CTG, Hämoglobinwertbestimmung (Hb)

40. Woche | Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung alle 2-3 Tage

CTG, ggf. Amnioskopie („Fruchtwasserspiegelung“)

Welche Untersuchungen stehen in Ihrem Mutterpass?

Nach den Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschaftsrichtlinien“) sollten baldmöglichst nach Feststellung der Schwangerschaft bestimmte Blutuntersuchungen durchgeführt werden (Laboruntersuchung). Die Blutabnahme bei uns in der Frauenarztpraxis Rotenburg ist völlig unkompliziert, einfach und risikolos. Es werden lediglich einige Blutproben aus der Unterarmvene entnommen – also keine Angst – es macht nur einmal „pieks“… und dann wissen wir mehr! Die Ergebnisse liegen dank modernster und schneller Labordiagnostik einige Tage später vor und wir besprechen die Ergebnisse mit Ihnen gemeinsam!

Die Ergebnisse, die in Ihrem Mutterpass eingetragen werden, finden Sie auf den Seiten 2 und 3 Ihres Mutterpasses. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

  • die Bestimmung Ihrer Blutgruppe und des Rhesusfaktors
  • den ersten Antikörper-Suchtest
  • die Bestimmung des Röteln-Titers
  • eine Lues-Suchreaktion (Lues ist eine ernstzunehmende Geschlechtskrankheit)
  • ggf. einen HIV-Test (wenn Sie zur Risikogruppe gehören)
  • die Bestimmung des Hämoglobinwertes (Hb-Wert)
  • den Chlamydientest (Chlamydien sind Bakterien, die unterschiedliche Befunde auslösen können)
  • den zweiten Antikörper-Suchtest
  • die Bestimmung des HBs-Antigens (Hepatitis B)

Welche Ultraschallkontrollen werden im Rahmen der gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien angeboten?

Im Laufe der Schwangerschaft sind bis vor Kurzem nur drei einfache 2D-Ultraschalluntersuchungen in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen.

Die drei Ultraschalluntersuchungen finden Sie auf den Seiten 10 und 11 Ihres Mutterpasses:

  1. Ultraschall-Screening 2D vom Beginn der 9. bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche
  2. Ultraschall-Screening 2D vom Beginn der 19. bis zum Ende der 22. Schwangerschaftswoche
  3. Ultraschall-Screening 2D vom Beginn der 29. bis zum Ende der 32. Schwangerschaftswoche

Wenn Sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, werden diese drei Untersuchungen von der Krankenkasse als Kassenleistungen übernommen. Bei privaten Krankenkassen werden die Kosten mitunter auch bei mehr als drei Untersuchungen getragen. Die Ultraschalluntersuchungen sollen folgenden Zielen dienen:

  1. Bestimmung des genauen Alters der Schwangerschaft
  2. Kontrolle der Entwicklung des Kindes
  3. Suche nach Auffälligkeiten wie zum Beispiel Fehlbildungen
  4. Feststellung von Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge/Drillinge)

Welche Kontrollen und Untersuchungen werden regelmäßig durchgeführt?

In der Schwangerschaft sind nach den Mutterschaftsrichtlinien bestimmte Untersuchungen in bestimmten Abständen vorgesehen (allgemeine Kontrolle). Diese finden Sie auf den Seiten 7 und 8 Ihres Mutterpasses. Sollte es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft (was ist eine Risikoschwangerschaft?), wird zunächst alle vier Wochen kontrolliert. Ab der 32. Schwangerschaftswoche werden die Untersuchungen und Kontrollen in zweiwöchigen Abständen durchgeführt. Zu jeder Untersuchung gehören (je nach Schwangerschaft):

  • Gewichtskontrolle
  • Blutdruckmessung
  • Urinkontrolle
  • Bestimmung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ab der 20. SSW
  • Kontrolle des Höhenstandes der Gebärmutter (Fundusstand)
  • Kontrolle der kindlichen Herzaktion (CTG)
  • Bestimmung der Lage des Kindes in der Gebärmutter
    (die Lage des Kindes entscheidet später die Art der Geburt, z.B. Sectio/Kaiserschnitt bei Becken-Endlage)
  • 2D-Ultraschalluntersuchung (drei Untersuchungen während der Schwangerschaft)
mutterpass

Jede Mutter ist bemüht, ihrem Kind den besten Start ins Leben zu ermöglichen. Die Frage ist nur: Wie mache ich es richtig?

Wir möchten Ihnen helfen, die nächsten neun Monate richtig zu genießen. Wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes und auch für Ihr Wohlbefinden sind die regelmäßigen Vorsorgetermine. Die Ergebnisse aller Untersuchungen werden in Ihrem Mutterpass eingetragen, den Sie während der Schwangerschaft immer bei sich tragen sollen.

Nachfolgend erhalten Sie Informationen darüber, welche Vorbeugemaßnahmen und Untersuchungen wir für Sie während Ihrer Schwangerschaft bereit halten.

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